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FUTUREMEM im Betrieb

FUTUREMEM digital umsetzen: Leitfaden für Lehrbetriebe

FUTUREMEM beschreibt, welche Handlungskompetenzen Lernende aufbauen sollen. Dieser Leitfaden zeigt, wie daraus ein steuerbarer betrieblicher Ausbildungsprozess entsteht – am Beispiel Automatiker/in EFZ.

Leitende BerufsbildungBerufsbildner/innenAusbildungsverantwortliche MEM

Offizieller Rahmen · Praxisbeispiel

Automatiker/in EFZ: der Rahmen im Überblick

Das offizielle Qualifikationsprofil gliedert die Ausbildung in vier Handlungskompetenzbereiche. Die Übersicht fasst die Struktur zusammen; verbindlich bleibt die offizielle FUTUREMEM-Quelle.

Automatisierte Anlagen entwickeln

Pflicht: a1–a3Wahlpflicht: a4–a6

Automatisierte Anlagen erstellen und in Betrieb nehmen

Pflicht: b1–b5Wahlpflicht: b6–b7

Automatisierte Anlagen instand halten

Pflicht: c1–c3Wahlpflicht: c4–c6

Betriebliche Verantwortung übernehmen

Pflicht: d1–d3Wahlpflicht: d4–d7

Verbindlicher Kern und Wahlpflicht: Der Kern aus a1–a3, b1–b5, c1–c3 und d1–d3 ist für alle Lernenden verbindlich. Ergänzend wird eine technische Wahlpflichtkompetenz aus a4–a6, b6–b7 oder c4–c6 sowie eine weitere Kompetenz aus d4–d7 aufgebaut.

Vom Rahmen in die Praxis

So entsteht ein durchgängiger Ausbildungsprozess.

FUTUREMEM-RahmenUmsetzung im AusbildungsbetriebAbbildung in MEMConnect
Kompetenzbereiche und AnforderungenNach Beruf und Ausbildungsphase strukturierenLernpfade und Module
Pflicht- und WahlpflichtkompetenzenJe lernender Person passend zuordnenIndividuelle Lernpfade und Rotation
Handlungskompetenzen aufbauenAufträge, Theorie und Lernziele bereitstellenModulaufträge und Unterlagen
Entwicklung beurteilenKriterien, Rückmeldungen und Abschluss festhaltenKompetenznachweise
Entwicklung besprechenNachweise bündeln und fachlich beurteilenBildungsbericht und Lehrverlauf

Vom Qualifikationsprofil zum betrieblichen Ausbildungsplan

Das Profil definiert das Ziel, aber noch nicht den konkreten Weg im Betrieb. Dafür müssen Kompetenzen, reale Arbeiten, Lernorte und Zuständigkeiten aufeinander abgestimmt werden.

  1. 1

    Rahmen prüfen

    Berufsspezifisches Qualifikationsprofil und betriebliche Ausbildungsziele gemeinsam sichten.

  2. 2

    Praxis zuordnen

    Festlegen, in welcher Abteilung und an welchen Aufträgen eine Kompetenz aufgebaut werden kann.

  3. 3

    Nachweis definieren

    Beobachtbare Kriterien, benötigte Unterlagen und Abschlussbedingungen festhalten.

  4. 4

    Zeitlich planen

    Module und Einsätze so ordnen, dass Grundlagen vor komplexeren Arbeiten aufgebaut werden.

Welche Informationen digital zusammengehören

Eine digitale Abbildung ist nur dann hilfreich, wenn sie den Ausbildungsprozess verständlich macht und Doppelpflege vermeidet.

BausteinLeitfrageErgebnis
KompetenzWas soll die lernende Person beherrschen?Eindeutiges Lernziel
PraxisauftragWoran wird die Kompetenz aufgebaut?Konkrete Arbeitssituation
RessourcenWas wird für die Bearbeitung benötigt?Unterlagen, Theorie, Dateien
BeurteilungWoran ist gute Leistung erkennbar?Beobachtbare Kriterien
VerantwortungWer begleitet und beurteilt?Klare Zuständigkeit

Rollen und Verantwortlichkeiten klären

Nicht jede Person benötigt dieselbe Sicht oder dieselben Rechte. Legen Sie vor der technischen Einrichtung fest, wer Inhalte pflegt, Einsätze plant, Nachweise beurteilt und Bildungsberichte verantwortet.

  • Pro Beruf ist eine fachlich verantwortliche Person benannt.
  • Praxisausbildner sehen nur die Informationen, die sie für ihren Einsatz benötigen.
  • Freigaben und Stellvertretungen sind geregelt.
  • Lernende wissen, wo sie Aufgaben, Termine und Rückmeldungen finden.

FUTUREMEM schrittweise digital einführen

Starten Sie mit einem Beruf, einem Jahrgang oder einem überschaubaren Ausbildungsbereich. Prüfen Sie den Ablauf mit echten Aufgaben und Rückmeldungen, bevor weitere Inhalte übernommen werden.

  • Pilotumfang und Erfolgskriterien festlegen
  • Bestehende Unterlagen bereinigen und eindeutig benennen
  • Ein kleines Kernteam schulen
  • Nach vier bis acht Wochen Rückmeldungen auswerten
  • Erst danach weitere Berufe oder Standorte ausrollen

Drei typische Fehler vermeiden

Erstens: Kompetenzen nur als Abhakliste importieren. Zweitens: jede bestehende Datei ungeprüft übernehmen. Drittens: Verantwortlichkeiten erst nach dem Start klären. Alle drei Fehler erzeugen digitale Unordnung statt Transparenz.

  • Nur aktuelle und fachlich relevante Inhalte übernehmen
  • Kriterien so formulieren, dass sie im Arbeitsalltag beobachtbar sind
  • Pflegeaufwand und Zuständigkeit je Inhalt festlegen

FAQ

Häufige Fragen zu FUTUREMEM im Betrieb

Was ist FUTUREMEM?

FUTUREMEM ist die Berufsbildungsinitiative der Schweizer Tech-Industrie. Die berufsspezifischen Qualifikationsprofile beschreiben die Handlungskompetenzen, die in der Ausbildung aufgebaut werden.

Muss ein Lehrbetrieb alle Wahlpflichtkompetenzen abdecken?

Beim Beispiel Automatiker/in EFZ besteht ein verbindlicher Kern. Ergänzend werden definierte Wahlpflichtkompetenzen ausgewählt. Massgeblich ist immer das aktuelle offizielle Qualifikationsprofil des jeweiligen Berufs.

Wie beginnt ein Betrieb mit der digitalen Umsetzung?

Am sinnvollsten ist ein klar abgegrenzter Pilot: ein Beruf oder Jahrgang, wenige repräsentative Module, geklärte Rollen und konkrete Erfolgskriterien.

Quellen und Vertiefung

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